Magenballon, Kostenübernahme durch die Krankenkasse

Magenballon KostenübernahmeDer Magenballon ist derzeit (2017) keine Kassenleistung. [1] Dem Magenballon laut Anwalt T. Werner kommt unter den Methoden der Adipositas-Chirurgie möglicherweise eine rechtliche Sonderstellung zu [2], da der Ballon endoskopisch eingesetzt wird (also ohne Operation) und die Behandlung meist ambulant durchgeführt wird.

In der S3-Leitlinie: Chirurgie der Adipositas der DAG wird der Magenballon nur im Einzelfall zur kurzfristigen Gewichtsreduktion empfohlen. [3] Die DAG nennt 3 mögliche Anwendungsfälle für den Magenballon, in denen Studien einen Vorteil für den Patienten erkennen konnten:

1. bei einem BMI von unter 35

2. um vor einem komplizierteren Eingriff der Adipositas-Chirurgie, wie dem Magenbypass, das Operationsrisiko von schwerst übergewichtigen Patienten zu Reduzieren

3. als Compliance-Test, also damit der Patient vor der eigentlichen Magenverkleinerung testen kann, ob er mit der OP-Methode zurechtkommen würde.

4. bei nicht operationsfähigen Patienten.

Dabei kommen Punkt 2 und 4 eventuell auch für die Kostenerstattung des Magenballons durch die Krankenkasse in Betracht. Die Chancen scheinen besser zu stehen, wenn der Eingriff stationär durchgeführt werden muss [2].

Quellen: 

[1] Barmer Forum, Antwort vom 24.07.2017

Die Übernahme der Kosten für ein Magenballon ist keine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung. 

[2]  T. Werner, fachaufsatz adipositas (2012): kommt dem magenballon eine rechtliche sonderstellung zu?

[3] Deutsche Adipositas-Gesellschaft (DAG) S3-Leitlinie: Chirurgie der Adipositas Juni 2010

Auch der Einsatz eines Magenballons kann im Einzelfall zur kurzfristigen Gewichtsreduktion erwogen werden.

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