Schwangerschaft mit Magenband

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Es gibt immer mehr junge, schwer Übergewichtige Patientinnen, die ein Magenband erhalten haben und noch schwanger werden wollen.

Ist das Magenband in der Schwangerschaft eine Gefahr für mein Kind?

Eine australische Studie aus dem Jahr 2005 [1] zeigt, dass das Geburtsgewicht der Neugeborenen, die Häufigkeit vom Kompikationen wie Schwangerschafftsdiabetes oder Bluthochdruck wärend der Schwangerschaft bei Patientinnen mit Magenband mit denen der restlichen Bevölkerung vergleichbar sind. Im Vergleich zu adipösen Patientinnen war die Wahrscheinlichkeit von Schwangerschaftsdiabetes sogar von 19% auf 6.3% gesunken. Auch die Gewichtszunahme wärend der Schwangerschaft war um durchschnittlich 5kg geringer. 

Wann nach der Magenband-OP darf ich schwanger werden?

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Das Adipositas-Centrum Hamburg Eppendorf weit jedoch darauf hin, dass eine Schwangerschaft frühstens 12-18 Monate nach der Magenband-OP geplannt werden sollte [1]. Das Buch "Neue Chancen bei Adipositas" [4] empfiehlt sogar eine Wartezeit von zwei Jahren zwischen Magenband-OP und Schwangerschaft. Frauen, die vor der Magenband-OP durch ihr Übergewicht unfruchtbar waren (PCO-Syndrom) sollten nach der Magenband-OP unbedingt effektiv verhüten. Durch die Gewichtsabnahme kann sich die Hormonsituation der Frau verbessern und wieder ein normaler zyklus in Gang kommen. Eine Schwangerschaft wärend der schnellen Abnehmphase direkt nach der Magenband-OP kann jedoch wegen des Hungerstoffwechsels zu einer Risikoschwangerschaft führen. 

Ist die Schwangerschaft einer Gefahr für mein Magenband?

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Im Buch "Viszeralchirurgie und Schwangerschaft" wird darauf hingewiesen, dass die Gefahr für Slippage (Verrutschen) des Magenbandes während der Schwangerschaft ein erhöhtes Risiko hat. Symptome eines verrutschten Magenbandes sind anhaltendes Erbrechen. In diesem Fall muss schnell eine erfahrene Klinik aufgesucht werden. Sonst können Teile des Magens absterben. In einer Studie, die in diesem Buch erwähnt wurde, musste bei 44% der Frauen das Magenband zumindest teilweise entblockt werden. Dies kann zwar zu einer stärkeren Gewichtszunahme wärend der Schwangerschaft führen, jedoch kann das Magenband nach der Geburt ja wieder geblockt werden.

Ist das Erbrechen wärend der Schwangerschaft beim Magenband eine Gefahr?

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Durch häufiges Erbrechen kann bei Magenband Trägerinnen ein Vitamin B1 Mangel auftreten. dieses sogenannte Berry-Berry Syndrom äußert sich durch Gewichtsverlust, Schwäche und Schmerzen in den Beinen. Diese Symptome können aber auch leicht auf die Schwangerschaft geschoben werden. Bei entsprechenden Symptomen sollte daher der Arzt auch an Vitamin B1 Mangel denken.

Quellen:

[1] Medknowledge, Nov 2005: Laparoskopisches Magenband bei Adipositas und Schwangerschaft 

Fazit: Die Ergebnisse zeigten, dass die Schwangerschaften nach  einer Laparoskopischen Magenband-Operation ähnlich sicher  wie in der allgemeinen Frauenpopulation verlaufen. 

[2] Universitäres Adipositas-Centrum Hamburg Eppendorft, 2017, Welchen Einfluss haben die [Magenverkleinerungs-] Operationen auf eine mögliche Schwangerschaft?

Eine Schwangerschaft sollte aber erst 12-18 Monate nach der Operation geplant werden, wenn die Phase der rapiden Gewichtsreduzierung hinter Ihnen liegt.

Bücher zum Thema:

  • [3] Viszeralchirurgie und Schwangerschaft, Martin Wolff,Walther Kuhn, 2017
  • [4] Neue Chancen bei Adipositas : Magenband, Magenbypass und Magenschrittmacher, Prof. Dr. med Rudolf A. Weiner, 2010
    • Enthält ein Kapitel zum Thema "Sonderfall: Schwangerschaft nach der Operation"
  • [5] Schwangerschaft und Geburt: Alles, was Sie wissen müssen, von Sharon Mazel,Heidi; Mazel Murkoff, 2012
    • Enthält ein Kapitel: "Schwangerschaft nach einem Magenband"

Operationsformen: